Montag, Februar 23, 2026

Wie die Universität der Bundeswehr arbeitet: Studentenleben, Labore und ihre Rolle für Deutschlands Sicherheit

In Neubiberg bei München befindet sich die Universität der Bundeswehr – eine einzigartige Hochschule, an der sowohl Offiziersanwärter als auch zivile Studierende lernen. Die Universität verbindet akademische Studiengänge, angewandte Forschung und hochmoderne Projekte aus den Bereichen Sicherheit, Cybertechnologien und Verteidigung. Auf dem Campus befinden sich Wohngebäude, Forschungslabore, eine große Bibliothek und zahlreiche Sportanlagen. Dieser Artikel zeigt, wie dort gelernt, geforscht und gelebt wird – und welche Rolle die Universität für die Sicherheit Deutschlands spielt. Mehr dazu auf munichyes.eu.

Akademische Programme

Die Universität der Bundeswehr in München bietet Studiengänge in zwei Bereichen an: dem klassischen Universitätszweig und dem angewandten Bereich. Zum universitären Teil gehören Ingenieurwissenschaften, Informatik, Elektrotechnik, Luft- und Raumfahrttechnik sowie Geistes- und Staatswissenschaften. Der angewandte Bereich konzentriert sich auf Wirtschaftswissenschaften, Organisationswissenschaften und Maschinenbau. Jeder Fachbereich verfügt über eigene Labore, Hörsäle und Fakultätsgebäude, in denen praktische Aufgaben und Projekte bearbeitet werden.

Das Studium folgt einem Trimestersystem. Studierende erwerben Bachelor- oder Masterabschlüsse. Besonders beliebt sind spezialisierte Masterprogramme wie „International Security Studies“ und „Intelligence & Security“. Die Veranstaltungen finden überwiegend in kleinen Gruppen statt und kombinieren Vorlesungen, Seminare und praxisnahe Aufgaben – oft mit Fokus auf Datenanalyse, Verteidigungstechnologien und sicherheitsrelevante Anwendungen.

Die Studierenden leben in Wohnanlagen direkt auf dem Campus, nur wenige Gehminuten von Lehrgebäuden und Laboren entfernt. Kleine Lerngruppen von etwa 15 bis 20 Personen ermöglichen intensive Diskussionen und eine sehr praxisorientierte Ausbildung.

Zusätzlich zu den Studienprogrammen gibt es das CASC – Campus Advanced Studies Center. Es bietet Weiterbildungen für Fachleute aus Sicherheits- und Verteidigungssektoren an, darunter Seminare, Workshops und kurze Intensivprogramme zu Cybersecurity, Analytik und technologischen Lösungen. Auch internationale Schulungsprogramme für Offiziere und zivile Experten werden dort organisiert.

Forschung und Innovation

Die Universität der Bundeswehr verfügt über mehrere starke Forschungszentren und Institute. Das wichtigste ist dtec.bw – Zentrum für Digitalisierung und Technologie der Bundeswehr. Dort wird zu Cybersecurity, mobilen Systemen, Sensortechnologien und dem Schutz kritischer Infrastruktur geforscht. Das Zentrum veröffentlicht regelmäßig wissenschaftliche Arbeiten, entwickelt Patente und präsentiert technologische Prototypen – viele davon werden später in sicherheitsrelevanten Bereichen eingesetzt.

Daneben arbeiten auf dem Campus Institute wie CODE, RISK, MARC, MOVE und SPACE. CODE konzentriert sich auf Cybersicherheit und digitale Schutzsysteme. RISK untersucht die Sicherheit kritischer Infrastrukturen und kooperiert dabei eng mit dem DLR. MARC erforscht Luft- und Raumfahrttechnologien, während MOVE sich mit Mobilität und Verkehrssystemen beschäftigt. SPACE widmet sich Weltraumtechnologien und Missionen.

Die Projekte der Universität reichen von der Entwicklung von Algorithmen zum Schutz sensibler Daten über digitale Modelle von Infrastrukturen bis hin zu Prototypen autonomer und sensorbasierter Systeme. dtec.bw verzeichnet jährlich rund 2.000 wissenschaftliche Veröffentlichungen, dazu kommen mehrere Dutzend Patentanmeldungen und neue Start-ups, die ihre Technologien direkt in der Praxis testen. Die Universität kooperiert mit Airbus Defence & Space, dem DLR, internationalen Hochschulen sowie militärischen Einheiten der Bundeswehr.

Die Labore sind mit modernster Technik ausgestattet – von Simulatoren über Serverfarmen bis zu Testgeländen. Forschung findet sowohl in Teams als auch individuell statt und wird regelmäßig auf Konferenzen und in Fachpublikationen präsentiert.

Die Rolle der Universität für Sicherheit und Verteidigung

Auf dem Campus treffen regelmäßig zivile und militärische Fachleute zusammen, um neue Technologien zu diskutieren und Entwicklungen für die Verteidigung zu testen. Viele dieser Veranstaltungen werden vom Zentrum dtec.bw organisiert und binden Wissenschaftler, Offiziere und internationale Partner ein.

Das Institut CODE erforscht Methoden der Cyberabwehr: Datenalgorithmen, digitale Netzwerke und Monitoring-Systeme. Studierende und Offiziere analysieren dort Cyberbedrohungen und testen Softwarelösungen – einige davon kommen später direkt in Sicherheitsstrukturen zum Einsatz.

Das Institut RISK betreibt gemeinsam mit dem DLR das Projekt RISK.twin. Es entwickelt digitale Modelle, die simulieren, wie Energie-, Verkehrs- oder Kommunikationssysteme auf Störungen oder Angriffe reagieren. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für neue Sicherheitskonzepte und technologische Innovationen.

Studierendenleben

Der Campus in Neubiberg liegt am Münchner Stadtrand und ist wie eine kleine Stadt organisiert. Wohnheime, Lehrgebäude, Labore, Sporthallen und eine moderne Bibliothek sind in wenigen Minuten erreichbar. Die Bibliothek verfügt über digitale Suchsysteme, ruhige Arbeitszonen und Gruppenräume für gemeinsame Projekte. Dort finden regelmäßig Workshops und Präsentationen wissenschaftlicher Ergebnisse statt.

Die Studierendenschaft besteht aus militärischen und zivilen Studierenden. Der Campus bietet Sportangebote, Trainingsgruppen und zahlreiche Clubs. Zudem stehen psychologische Unterstützungsdienste bereit, und es gibt regelmäßige Diskussionen, Veranstaltungen und kulturelle Aktivitäten, die eine enge Gemeinschaft fördern.

Das International Office koordiniert Austauschprogramme und Partnerschaften mit Universitäten weltweit. Dadurch können Studierende ein Auslandssemester absolvieren oder an internationalen Forschungsprojekten teilnehmen. Interdisziplinäre Programme verbinden Technik, Cybersecurity, Geisteswissenschaften und Staatswissenschaften – ein Ansatz, der den Studierenden praxisnahe Einblicke und globale Perspektiven vermittelt.

Internationale Zusammenarbeit

Die Universität der Bundeswehr unterhält Kooperationen mit über siebzig internationalen Hochschulen und Forschungszentren. Diese Partnerschaften ermöglichen Wissensaustausch in den Bereichen Verteidigung, Cybersicherheit und Luft- und Raumfahrt. Internationale Konferenzen und Seminare bringen Forschende, militärische Experten und Studierende aus vielen Ländern zusammen, um Technologien vorzustellen, Trends zu diskutieren und gemeinsame Projekte zu entwickeln.

Gemeinsame Masterstudiengänge – darunter Programme zu internationaler Sicherheit und Aufklärung – sind ein wichtiger Bestandteil dieser Kooperationen. Zudem ist die Universität an internationalen Konsortien und Förderprogrammen beteiligt, die innovative Forschungsprojekte unterstützen und den Zugang zu modernem Equipment und globalen Netzwerken ermöglichen.

Internationale Zusammenarbeit spielt auch bei der Ausbildung eine zentrale Rolle: Offiziere der Bundeswehr studieren an Partnerhochschulen im Ausland, während zivile Studierende Praktika in internationalen Unternehmen oder Forschungszentren absolvieren. Dieser Austausch formt Experten, die mit globalen Standards vertraut sind und in internationalen Teams arbeiten können.

Quellen:

  1. https://www.unibw.de/home
  2. https://dtecbw.de/home/unibw-m
  3. https://dtecbw.de/home/forschung
  4. https://www.unibw.de/50jahre/geschichte
  5. https://www.unibw.de/50jahre/geschichte/die-1970er
  6. https://www.merkur.de/lokales/muenchen-lk/neubiberg-ort29121/jubilaeum-universitaet-bundeswehr-prinz-charles-diana-vonderleyen-neubiberg-92305444.html
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