Dieter Reiter gehörte über viele Jahre zu den prägendsten politischen Persönlichkeiten Münchens. Sein Weg in der Stadtpolitik begann lange bevor er zum Gesicht des Rathauses wurde. Viele Entscheidungen aus seiner Amtszeit werden bis heute in Nachrichten, Interviews und Gesprächen der Münchnerinnen und Münchner erwähnt. Seine Karriere vereinte routinierte Verwaltungsarbeit, intensive öffentliche Debatten und konkrete Veränderungen in den Bereichen Verkehr, Wohnen, Sicherheit und städtische Infrastruktur. Dieser Artikel zeigt, wie Reiter an die Spitze der Stadt kam, womit er München geprägt hat, welche Kontroversen ihn begleiteten und welches Erbe er hinterlässt. Mehr dazu auf munichyes.eu.
Kinder- und Jugendjahre
Dieter Reiter wurde am 19. Mai 1958 in der Kleinstadt Rheine in Bayern geboren. Seine Familie zog nach München, als er noch ein Kind war. Aufgewachsen ist er im Stadtteil Sendling, der seine Alltagswelt früh prägte. Viele seiner Kindheitstage verbrachte er auf den Straßen des Viertels, knüpfte Kontakte zu Nachbarn und beobachtete, wie lokale Dienste und Verwaltungsstrukturen funktionierten – ohne zu ahnen, welche Rolle sie später in seinem Leben spielen würden. In München schloss er auch die Schule ab und entdeckte dabei sein Interesse an Verwaltungsprozessen und der Organisation öffentlicher Einrichtungen.

Nach dem Schulabschluss begann er ein Studium an der Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Hof. Dort erhielt er eine fundierte Ausbildung in Finanzwesen, Verwaltungsrecht und behördlichen Abläufen. Praktika in verschiedenen kommunalen Einrichtungen gaben ihm früh Einblick in den Aufbau von Haushalten, die Kontrolle von Ausgaben und die Zusammenarbeit zwischen städtischen Abteilungen. Diese ersten Schritte in der Verwaltung legten den Grundstein für seine spätere Laufbahn — Reiter gewann nicht nur Wissen, sondern wertvolle Praxiserfahrung, die ihm im Umgang mit Münchens Finanzen zugutekam.
Karriere in der Münchner Stadtverwaltung
Nach dem Studium begann Reiter seine berufliche Laufbahn in der Stadtkämmerei, dem Finanzreferat der Landeshauptstadt München. Dort war er unter anderem mit der Erstellung des jährlichen Haushaltsplans, der Kontrolle städtischer Ausgaben und der Analyse finanzieller Strukturen befasst. Täglich arbeitete er mit umfangreichen Datensätzen, prüfte Rechnungen, verfasste Berichte und koordinierte sich mit anderen Referaten. Kolleginnen und Kollegen beschrieben ihn als präzise, detailorientiert und gleichzeitig als jemanden, der stets im Blick behielt, wie Entscheidungen den Alltag der Bürgerinnen und Bürger beeinflussen.
Mit der Zeit übernahm Reiter Führungsaufgaben: Er organisierte die Arbeit verschiedener Abteilungen, überwachte Haushaltsprozesse und war an zentralen Finanzdokumenten beteiligt. Sein nächster Karriereschritt führte ihn in die Stadtspitze, wo er den Bereich Arbeit, Wirtschaft und Entwicklung leitete. Dort arbeitete er eng mit Arbeitgebern, Gewerkschaften und wirtschaftlichen Verbänden zusammen. Er koordinierte Programme zur Unternehmensförderung, zur Schaffung neuer Arbeitsplätze und zur Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und privatem Sektor. Unter seiner Leitung entstanden neue Betriebe, wurden Arbeitsplätze ausgebaut und städtische Dienste stabilisiert. Dieser Abschnitt machte ihn zu einem der wichtigsten Fachleute im Münchner Verwaltungsapparat – und zu einem logischen Kandidaten für höhere politische Aufgaben.

Der Weg ins Rathaus
Bevor Reiter auf der politischen Bühne sichtbar wurde, trat er der SPD bei. 2014 kandidierte er für das Amt des Oberbürgermeisters. Im Wahlkampf präsentierte er seine langjährige Erfahrung in der Stadtverwaltung sowie seine Pläne für Wirtschaft, Verkehr und Soziales.
Die Wahl fand in zwei Runden statt. In der Stichwahl setzte sich Reiter gegen den CSU-Kandidaten Josef Schmid durch und erhielt über 56 Prozent der Stimmen. Bei der Wiederwahl 2020 stieg die Unterstützung sogar auf rund 71 Prozent. Als Oberbürgermeister leitete er zentrale wirtschaftliche Projekte, überwachte die Wohnraumentwicklung und führte die Stadt durch verschiedene Krisen, darunter die Pandemie.
Unter seiner Führung blieb München ein politisches Zentrum Bayerns. Reiter pflegte enge Kontakte zu anderen Stadtoberhäuptern, nahm an überregionalen Konferenzen und Foren teil und sorgte dafür, dass Verwaltung und Finanzen auch in schwierigen Zeiten stabil blieben.
Wichtige politische Initiativen
1. Verkehr und Umwelt: Reiter setzte sich für neue Radwege, mehr Ladestationen für E-Autos und den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ein. Moderne digitale Lösungen ermöglichten es Fahrgästen, Bus- und Tramverbindungen in Echtzeit zu verfolgen.
2. Digitalisierung und Innovation: In München eröffnete der Munich Urban Colab – ein Innovationshub für Start-ups und Projekte zur Verbesserung des städtischen Lebens. Dort wurden neue Ideen in den Bereichen Beleuchtung, Logistik und Energie getestet. Reiter begleitete die Entwicklungen persönlich.

3. Soziale Politik: Seine Amtszeit war geprägt von Investitionen in Wohnprogramme, Familienförderung und Schulentwicklung. Zudem unterstützte er arbeitsmarktpolitische Maßnahmen und Projekte zur Integration Geflüchteter.
4. Kultur: Reiter engagierte sich auch in kulturellen Fragen. 2022 beendete er die Zusammenarbeit der Münchner Philharmoniker mit Valery Gergiev aus politischen Gründen und förderte gleichzeitig neue Kulturzentren, modernisierte Theater und Projekte für junge Kunstinteressierte.
Kontroversen und öffentliche Debatten
Wie viele Führungspersönlichkeiten stand auch Reiter immer wieder im Mittelpunkt politischer Diskussionen. 2015 sorgten Kontakte zu türkischen Nationalisten, darunter den „Grauen Wölfen“, für Kritik. Reiter erklärte, die Treffen hätten rein administrative Hintergründe gehabt.
Während der Flüchtlingskrise organisierte er die Unterbringung und Versorgung Tausender Menschen. Die Maßnahmen wurden gleichermaßen gelobt wie kritisiert – vor allem wegen der Überlastung städtischer Dienste.
Auch städtebauliche Entscheidungen führten zu Debatten, etwa der Ausbau des Verkehrs oder die Entwicklung neuer Wohnviertel. Reiter stand für eine aktive Kommunikation, Bürgerdialoge und transparente Budgetplanung.
Zudem äußerte er sich immer wieder klar gegen rechten Extremismus und betonte die Bedeutung öffentlicher Sicherheit. Er nahm an Versammlungen der Polizei sowie Sicherheitskonferenzen teil und unterstützte Präventionsprogramme an Schulen.

Öffentliches Bild
Reiter gilt als Bürgermeister, der Disziplin mit Bürgernähe verbindet. Er führt regelmäßige Gespräche mit Referatsleitungen, prüft Haushaltsunterlagen selbst und beteiligt sich aktiv an großen Projekten. Gleichzeitig legt er großen Wert auf offenen Austausch mit Münchnerinnen und Münchnern.
Sein Privatleben prägt ebenfalls sein Image. Reiter ist mit Petra Reiter verheiratet und hat mehrere Kinder, teils aus früheren Beziehungen. Er spricht häufig über Familie und versucht, trotz voller Terminkalender Zeit für sie zu finden. Zu seinen Leidenschaften gehören Musik, das Gitarrenspiel und Rockbands wie Dire Straits.
Die Kombination aus fachlicher Strenge, Bürgernähe und persönlicher Bodenständigkeit hat das Bild eines Oberbürgermeisters geprägt, der die innere Funktionsweise der Stadt genau kennt, mit Menschen gut kommunizieren kann und zentrale Entwicklungen Münchens maßgeblich beeinflusst hat.
Quellen:
- https://stadt.muenchen.de/infos/oberbuergermeister.html
- https://www.munzinger.de/register/portrait/biographien/Dieter%20Reiter/00/29962
- https://www.tz.de/muenchen/stadt/dieter-reiter-oberbuergermeister-muenchen-wahlprogramm-spd-lebenslauf-petra-reiter-familie-90094228.html
- https://www.dw.com/de/spd-kandidat-reiter-neuer-münchner-oberbürgermeister/a-17531346
- https://www.wochenanzeiger.de/mwa228277