München hat im Laufe seiner Geschichte viele Herausforderungen gemeistert und Veränderungen durchlebt. Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg waren Jahre der Erholung und Neuordnung notwendig. Doch später erlebte die Stadt einen wahren Aufschwung. Mehr über das bewegte Leben in der bayerischen Hauptstadt der 1950er Jahre erfahren Sie auf munichyes.eu.
Die Amtszeit von Thomas Wimmer
Der bayerische Politiker Thomas Wimmer war von 1948 bis 1960 Oberbürgermeister von München. Sein Weg zur Macht war jedoch alles andere als leicht. Wimmer wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, was seine Bildungsmöglichkeiten stark einschränkte. Er entschied sich für eine Lehre als Schreiner, was ihm den Einstieg ins Berufsleben ermöglichte.
Trotz der schwierigen Ausgangslage begann er eine bemerkenswerte politische Karriere. 1918 wurde er zum Präsidenten des „Münchner Arbeiterrats“ gewählt, ein Jahr später führte er die „Sozialdemokratische Partei Münchens“. In diesen Positionen widmete er sich insbesondere den Themen Finanzen, Wohnungsbau und Arbeitsplätze.
Der Höhepunkt seiner Karriere war seine Wahl zum Oberbürgermeister Münchens am 1. Juli 1948. Wimmer widmete sich mit großem Engagement dem Wiederaufbau der Stadt nach dem Krieg. Er initiierte die „Waldaktion“, die der Stadt Brennholz in strengen Wintern lieferte, und setzte sich gegen den Bau von Autobahnen im Stadtzentrum ein, um den Lebenskomfort und die Umwelt zu schützen.
Die Münchner schätzten seine Bemühungen und wählten ihn 1952 und 1956 erneut. Bis 1960 führte er die Stadt als Bürgermeister.
1955 erhielt Wimmer das „Offizierskreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“, 1957 wurde er Ehrenbürger Münchens, und 1959 verlieh man ihm das „Großoffizierskreuz“.
Thomas Wimmer starb am 18. Januar 1964 an einem Herzinfarkt. Rund zehntausend Menschen nahmen an der Trauerfeier im Rathaus teil, um ihn zu ehren.

Die Stimmung in der Stadt
Die 1950er Jahre in München waren von Optimismus und Aufbruchsstimmung geprägt. Der Krieg lag hinter den Menschen, und die Lebensbedingungen verbesserten sich rapide. Die Münchner suchten nach Freude und Feierlichkeiten. So wurde 1950 das Oktoberfest nach langer Pause wieder aufgenommen. Zur Eröffnung zapfte der Bürgermeister persönlich das erste Fass Bier an.

In dieser Zeit wurden bestehende Gebäude und Betriebe saniert, und neue entstanden. 1950 wurde die St.-Pauls-Kirche restauriert.

Auch die Kunst erlebte einen Aufschwung. Theateraufführungen und Kunstausstellungen waren stark gefragt. Der berühmte „Münchner Bach-Chor“ nahm seine Arbeit wieder auf, und das „Münchener Kammerorchester“ wurde gegründet, das später als eines der besten Ensembles Deutschlands galt.
Gleichzeitig wurden Pläne für ein schnelles öffentliches Verkehrsnetz diskutiert. 1953 wurde die „Gesellschaft zur Erforschung des Baus von Münchens Hoch- und U-Bahn“ gegründet. Obwohl der Bau der U-Bahn zunächst zurückgestellt wurde, konzentrierte man sich auf die Erneuerung des bestehenden Straßenbahnnetzes.
Die 1950er Jahre waren eine Zeit der neuen Möglichkeiten und der Rückkehr zum kulturellen Leben für die Münchner. Dank der Unterstützung von Bürgermeister Thomas Wimmer erlebten die Bürger ihre Stadt wieder in voller Blüte. Es gab neue Arbeitsplätze, zahlreiche Freizeitmöglichkeiten und verbesserte Lebensbedingungen. München erblühte und entwickelte sich rasant.