Die Geschichte Münchens ist reich an prägenden Persönlichkeiten, die als Bürgermeister die Geschicke der Stadt lenkten. Hier stellen wir einige der berühmtesten Oberbürgermeister der bayerischen Hauptstadt vor. Mehr dazu auf munichyes.eu.
Eduard Schmid
Eduard Schmid wurde am 15. Oktober 1861 geboren. Bevor er seine politische Karriere begann, arbeitete er als Schreiner und Redakteur einer deutschen Zeitung.
1899 wurde Schmid als erster Vertreter der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) in das Münchner Stadtparlament gewählt. Acht Jahre später wurde er Mitglied der zweiten Kammer des bayerischen Landtags.
Am 26. Juni 1919 wurde er der erste sozialdemokratische Oberbürgermeister Münchens, ein Amt, das er bis 1924 innehatte. Schmid übernahm die Stadt in einer schwierigen Zeit: Hunger, Arbeitslosigkeit und wirtschaftlicher Niedergang prägten München. Er setzte sich unermüdlich für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Bürger ein.
Zu seinen Errungenschaften zählen die Optimierung der städtischen Elektrizitäts- und Wasserversorgung sowie die Nutzung der Isar zur Energiegewinnung. Während seiner Amtszeit wurden eine Straßenbahnwerkstatt und das St.-Josefs-Altersheim eröffnet.
Jedoch hatte er auch mit Herausforderungen zu kämpfen: 1923 kam es zu einer Hyperinflation, die viele Bürger in die Armut stürzte. Außerdem ereignete sich der Hitler-Ludendorff-Putsch, bei dem Schmid als Gegner Adolf Hitlers in Gefahr geriet. Trotz dieser schwierigen Ereignisse ging Schmid als gerechte und herausragende Persönlichkeit in die Geschichte ein.
Am 31. Dezember 1924 trat er zurück. Zu seinem 70. Geburtstag wurde ihm die Ehrenbürgerschaft Münchens verliehen.
Karl Scharnagl
Karl Scharnagl wurde am 17. Januar 1881 geboren. Zunächst erlernte er das Konditorhandwerk, wandte sich jedoch schnell der Politik zu.
1911 wurde er Abgeordneter der Zentrumspartei, später wechselte er zur Bayerischen Volkspartei. 1919 wurde er Mitglied des Münchner Stadtrats, und 1926 trat er das Amt des Bürgermeisters an. Scharnagl widmete sich vor allem dem Wohnungsbau und der Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten legte er sein Amt nieder und arbeitete wieder in der Backwarenbranche. Nach Kriegsende kehrte er im Mai 1945 als Oberbürgermeister zurück, ernannt von den US-Streitkräften. Er spielte eine Schlüsselrolle beim Wiederaufbau der Stadt, bekannt als „Scharnagl-Plan“. Zudem initiierte er kulturelle Fonds für München.
Nach seinem zweiten Amtszeitende widmete er sich der religiösen Arbeit und gründete unter anderem die „Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit“. Außerdem wurde er Ehrenpräsident des Bayerischen Roten Kreuzes. Karl Scharnagl starb am 6. April 1963.
Georg Kronawitter
Georg Kronawitter wurde am 21. April 1928 geboren. Zunächst arbeitete er als Grundschullehrer und erwarb später ein Diplom als Handelslehrer.
1961 trat er der SPD bei, und 1972 wurde er zum Oberbürgermeister Münchens gewählt. Mit 55,9 % der Stimmen setzte er sich durch und widmete sich in seiner Amtszeit vielfältigen Themen, die der Stadt zugutekamen.
Nach einem parteiinternen Konflikt nahm er 1978 nicht an den Wahlen teil, kehrte jedoch 1984 zurück. Bei den Wahlen 1990 gewann er mit 61,6 % der Stimmen erneut. Kronawitter blieb auch nach seiner Amtszeit ein engagierter Politiker. 2014 erhielt er die „Münchner Freiheitspreis“-Auszeichnung. Georg Kronawitter verstarb am 28. April 2016.
Christian Ude

Christian Ude wurde am 26. Oktober 1947 geboren. Nach seinem Jurastudium arbeitete er zunächst als Anwalt.
Am 2. Mai 1990 wurde er stellvertretender Oberbürgermeister und 1993 zum Oberbürgermeister gewählt. In dieser Funktion wurde er 1999, 2002 und 2008 wiedergewählt. Ude war bekannt für seine Bürgernähe und trat unter anderem in politischem Kabarett auf.
Er war zudem Präsident des Deutschen Städtetages und setzte sich für die Belange der Stadt ein. Christian Ude zeichnete sich durch klare Zielsetzungen und engagierte Arbeit aus.
Dieter Reiter

Dieter Reiter wurde am 19. Mai 1958 geboren. Nach einer Ausbildung an einer Fachhochschule begann er seine politische Laufbahn.
Am 30. März 2014 gewann er die Wahlen mit 56,7 % der Stimmen und wurde Oberbürgermeister Münchens. Er legt großen Wert auf soziale Gerechtigkeit und berücksichtigt die vielfältigen Bedürfnisse der Münchner Bevölkerung.
Fazit
Die Geschichte Münchens ist reich an außergewöhnlichen Persönlichkeiten, die die Stadt geprägt haben. Sie alle zeichneten sich durch ihre Entschlossenheit, Bildung und den festen Willen aus, das Leben in der Stadt zu verbessern.