München ist eine Stadt der Pracht. Sie besticht durch ihre prächtige Architektur, Kunstgalerien, Museen, Parks, Paläste, die Alpenluft und die Bierkultur. Doch nur wenige wissen, dass die kulturelle Hauptstadt Deutschlands im Mittelalter Schauplatz zahlreicher Verbrechen war. Schaurige Geschichten über Hexen, Henker, Prostituierte und Verbrecher lesen Sie weiter auf munichyes.eu.
Die Inquisitionshysterie
Am 5. Dezember 1484 erließ Papst Innozenz VII. eine Bulle, die die Hexenverfolgung in Europa einleitete. Das Dokument erkannte die Existenz von Hexen und Zauberei offiziell an und billigte Institutionen zur Bekämpfung der „Schuldigen“.
Hexen spielten in der Geschichte Münchens eine bedeutende Rolle. Es heißt, Münchner Hexen begrüßten den Frühling mit Feuer, Magie und alten Ritualen. Sie sollen dem Teufel an abgelegenen Orten der Stadt gehuldigt haben. Anschuldigungen wegen dunkler Magie führten im 16. und 17. Jahrhundert zu berüchtigten Hexenprozessen. Viele unschuldige Frauen wurden hingerichtet, was einen bleibenden Eindruck im kollektiven Gedächtnis der Stadt hinterließ.

Historiker schätzen, dass es in Europa im 16. und 17. Jahrhundert etwa 100.000 Hexenprozesse gab, bei denen mindestens 50.000 Menschen ihr Leben verloren. Übrigens war auch Papst Innozenz VII. keineswegs heilig: Er ließ das Blut dreier Jünglinge in seine Venen transfundieren, um sich zu verjüngen – ohne Erfolg, denn er starb dennoch bald darauf.
Unethische Berufe
Im Mittelalter, einer Zeit begrenzter Möglichkeiten und großer Not, griffen viele Menschen zu unethischen Berufen, um zu überleben. Besonders verbreitet waren Betrüger, Taschendiebe und Falschmünzer, die ihren Lebensunterhalt unter dem Deckmantel der Respektabilität verdienten. Diese Menschen nutzten die Schwächen anderer aus und profitierten von deren Vertrauen.
Illegale Tätigkeiten wurden streng geheim gehalten. Die Verbrecher nutzten geheime Wege und unterirdische Tunnel, um ihrer Tätigkeit nachzugehen. Auch die Prostitution war in München weit verbreitet. Prostituierte wurden ausgegrenzt und stigmatisiert, doch ihre Präsenz spiegelte die sozialen Herausforderungen der damaligen Zeit wider.
Die Vollstrecker des Rechts
Kriminalität war im mittelalterlichen München allgegenwärtig. Betrug, Gewalt und sogar Serienmorde waren keine Seltenheit. Henker und ihre grausamen Methoden dienten manchmal der Abschreckung, konnten jedoch die Kriminalität nicht eindämmen. Henker vollstreckten die Urteile durch öffentliche Hinrichtungen. Sie trugen keine Masken, sodass sie von der Bevölkerung erkannt und gefürchtet wurden.
Die Arbeit der Henker wurde durch den Magistrat reguliert, und sie erhielten ein festes Gehalt, das oft nicht ausreichte. Viele Henker suchten sich Nebenverdienste, etwa durch den Verkauf von Kleidung oder Körperteilen Hingerichteter, die von Alchemisten und Ärzten genutzt wurden. Henker führten auch Exorzismen durch.

Henker waren sozial geächtet und lebten oft außerhalb der Städte. Auf Märkten verweigerten Händler manchmal die Annahme ihres Geldes, weshalb Henker Waren oft kostenlos erhielten. Ihre Ehepartnerinnen wählten sie meist aus Familien von Totengräbern oder anderen geächteten Berufen.
Orte des Schreckens
Viele Münchner Bauwerke sind von Legenden und Berichten über paranormale Phänomene umgeben. Eine davon ist die Frauenkirche, deren Türme die Skyline Münchens prägen. Der Legende nach hinterließ der Teufel einen Fußabdruck am Eingang der Kirche, nachdem er den Architekten überlistet hatte.

Das Angerviertel birgt zahlreiche Geschichten über Hexen, Verbrecher und Henker. Besonders unheimlich ist die Hofstattgasse, in der angeblich die Geister Hingerichteter spuken. Besucher berichten von kaltem Wind und flüsternden Stimmen.

Sehenswürdigkeiten mit dunkler Vergangenheit:
- Das Henkerhaus: Ein Museum über die Rolle der Henker und ihre grausamen Werkzeuge.
- Der Hexenturm: Hier erfahren Besucher mehr über Hexenprozesse und mittelalterliche Aberglauben.
- Die Verbrechergasse: Eine historische Straße, die Geschichten über bekannte Verbrecher und ihre Strafen erzählt.
Diese Orte bieten einen Einblick in Münchens düstere Vergangenheit – eine Zeit voller Angst und Gesetzlosigkeit.