Maximilian von Montgelas war ein bayerischer Politiker und Staatsmann französischer Herkunft. Im Jahr 1799 wurde er Kurfürst von Bayern. Montgelas übernahm die Regierung, als Bayern schwach war und eine Fläche von 1507 Quadratmeilen umfasste. Seine aktive Politik verwandelte das Land in ein mächtiges Königreich, das eine bedeutende Rolle in der deutschen Politik spielte, schreibt munichyes.eu.
Der Politiker Montgelas
Maximilian von Montgelas wurde am 12. September 1759 in München geboren. Er war ein erfolgreicher Jurist und Historiker. In der Politik arbeitete er in allen Bereichen außer im Militärwesen. Er war stark vom Zeitalter der Aufklärung und der Französischen Revolution beeinflusst. Während seiner Amtszeit als Minister von 1777 bis 1799 entwickelte er eine umfassende Strategie zur Modernisierung der Verwaltung und Politik.
Die politische Tätigkeit von Montgelas in Bayern basierte auf der Befreiung von religiösem Einfluss, der Gleichstellung der christlichen Konfessionen und tiefgreifenden Reformen in der Staatsverwaltung, den Finanzen, der Besteuerung und der Justiz. Sein Ziel war es, den bayerischen Zentralismus zu stärken. Montgelas‘ System trug zur Festigung der nationalen Territorien bei, wodurch das moderne Bayern entstand.
Er hob die Privilegien des Adels, des Klerus und der Städte auf, die zuvor in Bayern galten. Die staatliche Verwaltung wurde zentralisiert, und die Beamten unterstanden nicht mehr den Fürsten, sondern dem Staat. Auch kämpfte Montgelas für eine einheitliche Ausbildung der Beamten.

Reformen und Errungenschaften
In der Verfassung von 1808 führte Montgelas Gleichheit vor dem Gesetz in Steuer- und Militärfragen ein. Er verbesserte die Lage der Juden im Staat, wenngleich mit Einschränkungen. Die Teilnahme der Untertanen am Parlament wurde jedoch erst mit der Verfassung von 1818 eingeführt.
Montgelas setzte auf eine umfassende Steuerreform, die auch Klerus und Adel betraf. Eine detaillierte Vermessung des Landes wurde durchgeführt, und 1808 wurde Bayerns erste Verfassung verkündet. Sie hob die letzten Überreste der Leibeigenschaft auf und führte eine Zweikammer-Versammlung ein. Bildung und Wehrdienst wurden unter seiner Ägide obligatorisch. Zudem förderte er die öffentliche Gesundheit durch die Einführung der Impfpflicht.
Er modernisierte das Handelswesen und hob viele Binnenzölle auf. Die Reformen in Verwaltung und Politik führten dazu, dass auch Nicht-Adelige Verwaltungspositionen übernehmen konnten. Durch seine Bemühungen wurde das katholisch geprägte Bayern toleranter gegenüber Protestanten und Juden.
Montgelas riet seinem Schutzherrn, Napoleon I. zu unterstützen, was dazu führte, dass das Großherzogtum Bayern 1806 zum Königreich wurde. Das Gebiet vergrößerte sich durch den Beitritt zum Rheinbund. Im Strafgesetzbuch von 1812 schaffte Montgelas die Folter ab und führte humanere Strafprinzipien ein.

Schwierigkeiten in der Karriere
Seine frankophile Politik brachte ihm jedoch viele Gegner ein. Kritiker warfen ihm mangelnden Patriotismus vor. Trotz seiner Erfolge wurde er 1817 vom König entlassen. Montgelas war besorgt über Bayerns Stellung unter den Habsburgern und glaubte, dass Bayern ohne Frankreich nicht bestehen könne. Dennoch löste sich Bayern 1814 unter Marschall Wrede von Napoleon.

Im Ruhestand
Nach seiner Entlassung widmete sich Montgelas seinem Privatleben. Er ließ einen Stadtpalast am Karolinenplatz errichten, der noch heute teilweise im Besitz seiner Familie ist. Er war auch ein erfolgreicher Geschäftsmann und verkaufte ab 1807 verschiedene Anwesen.
Montgelas baute eine Bibliothek mit über 13.000 Bänden auf, die heute in der Bayerischen Staatsbibliothek aufbewahrt wird. Diese Sammlung gibt Einblick in die Interessen des Politikers, der Werke der antiken Klassiker, der französischen und deutschen Aufklärer sowie von Schiller und Goethe bevorzugte. Auch historische, juristische und religiöse Werke waren Teil seiner Sammlung.
Nach dem Tod seiner Frau im Jahr 1820 zog sich Montgelas vollständig aus der Öffentlichkeit zurück und widmete sich der Erziehung seiner acht Kinder. In seinen letzten Lebensjahren litt er an chronischer Erkältung, Ischias und Gicht. Am 14. Juni 1838 starb Montgelas in seinem Münchner Palast.