Im April 1854 heiratete die 16-jährige Elisabeth, besser bekannt als Sisi, den 23-jährigen Kaiser von Österreich Franz Joseph I. Während Tausende Menschen die Straßen Wiens säumten, um die Hochzeit zu feiern, weinte Sisi auf dem Weg in den Kaiserpalast – überwältigt und verängstigt. Lesen Sie mehr auf munichyes.eu.
Wegen ihrer zwiespältigen Haltung zu öffentlichen Pflichten und ihrer Abneigung gegenüber der Ehe wurde Elisabeth oft mit der französischen Königin Marie-Antoinette verglichen. Doch im Gegensatz zu Marie-Antoinette verzichtete die zurückgezogene Sisi auf eigene Ambitionen und strebte ihr Leben lang nach absoluter Freiheit. Auch wurde sie oft mit Prinzessin Diana verglichen, da sie von der Presse verfolgt wurde, den höfischen Etikette missachtete, unter Depressionen und Essstörungen litt und ein ebenso tragisches Ende fand.
Trotz ihrer Macht und Autorität war Sisi unglücklich. Isoliert im Palast litt sie unter psychischen Erkrankungen, trauerte um ihren verstorbenen Sohn und wanderte ruhelos um die Welt, auf der Suche nach Frieden – bevor sie schließlich von einem italienischen Anarchisten ermordet wurde.
Kindheit
Elisabeth wurde am 24. Dezember 1837 in München als Tochter von Herzog Maximilian Joseph und Prinzessin Ludovika von Bayern, einer Halbschwester König Ludwigs I. von Bayern, geboren. Von ihrem exzentrischen Vater erbte sie den Glauben an demokratische Ideale und Pazifismus, ungewöhnlich für Angehörige des Königshauses jener Zeit. Von ihrer praktischen Mutter übernahm sie die Liebe zur Privatsphäre und die Abneigung gegenüber öffentlichen Pflichten.
Sisi verbrachte ihre Kindheit damit, Pferde zu reiten und in den Bergen zu wandern. Ihre Schulstunden ließ sie oft ausfallen, um das Landleben zu genießen. Die junge Herzogin hielt exotische Tiere in ihrem privaten Zoo. Während sie sich nicht für Musik interessierte, zeichnete sie gerne Landschaften und illustrierte ihren Tagebuch.
Heirat und seelisches Leiden
1853 beschloss Erzherzogin Sophie, die dominante Mutter von Kaiser Franz Joseph I., ihren Sohn mit ihrer Nichte Helene zu verheiraten. Doch der Kaiser verliebte sich in die schüchterne und zierliche Sisi, Helenes jüngere Schwester. Sisi war so nervös, dass sie während seiner Annäherungsversuche kaum essen konnte. Der dynastische Zweck der Ehe machte sie zur idealen Wahl.

Im April 1854 heiratete Franz Joseph I. seine Cousine Elisabeth. Das höfische Leben lastete bald schwer auf Sisi, da Erzherzogin Sophie sie streng kontrollierte. Der Wiener Hofetikette beraubte Elisabeth jeglicher Freiheiten. Ihre Klagen gegenüber Franz Joseph fanden wenig Gehör, da dieser mit Regierungsgeschäften ausgelastet war.

Sisi fühlte sich zunehmend einsam und schrieb depressive Gedichte, las viel und ritt durch die Landschaft, um sich frei zu fühlen. Sie missachtete häufig höfische Regeln und hasste die ständige Öffentlichkeit.

Mutterschaft und Trauer
Elisabeth gebar Franz Joseph drei Kinder: zwei Töchter und einen Sohn. Aufgrund der Kontrolle Sophies durfte sie ihre Kinder nur zu festgelegten Zeiten sehen. Während einer Reise nach Ungarn erkrankte ihre Tochter Sophie schwer und verstarb – ein Verlust, den Elisabeth nie überwand.
Obwohl sie äußerlich distanziert wirkte, war Sisi von ihrer Schönheit besessen. Sie verbrachte täglich Stunden mit ihrer Frisur und trug ein enges Korsett, um ihre schlanke Taille zu betonen. Ihre extreme Diät beschränkte sich oft auf Brühe, Milch, Orangen und Eier. Auch betrieb sie obsessiv Sport, darunter Reiten, Fechten und Krafttraining.
Liebe zu Ungarn und psychische Probleme
Sisi interessierte sich früh für Ungarn und unterstützte die Idee, dem Land mehr Freiheit zu gewähren. 1867 wurde die österreichisch-ungarische Monarchie gegründet, und Franz Joseph wurde König von Ungarn, während Elisabeth zur Königin gekrönt wurde.

Sisi pflegte engen Kontakt zu einfachen Menschen und zeigte sich volksnah, indem sie Krankenhäuser besuchte und mit Patienten sprach. Ihre Begeisterung für psychiatrische Neuerungen führte zu Überlegungen, selbst eine Klinik zu gründen.
Bis in die 1880er Jahre wurde klar, dass Sisi an schweren psychischen Problemen litt. Ihre Tochter Marie Valerie beschrieb sie in einem Zustand hysterischen Lachens in der Badewanne. Sisi sprach oft vom Suizid und suchte spirituelle Hilfe.
Reisen und ein tragischer Tod
1860 begann Elisabeth, rastlos durch Europa und Nordafrika zu reisen, auf der Suche nach Frieden. Sie verbrachte nur wenige Monate im Jahr in Wien und zog sich zunehmend zurück. 1898, während eines Besuchs in Genf, wurde sie von dem italienischen Anarchisten Luigi Lucheni angegriffen und erstochen. Sisi starb an inneren Blutungen, und Franz Joseph soll gesagt haben:
„Sie wird nie wissen, wie sehr ich sie geliebt habe.“