Montag, Februar 23, 2026

Menschenkette in München: Bürger gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

In München engagieren sich regelmäßig Bürger für Menschenrechte und Vielfalt. Sie nehmen an friedlichen Demonstrationen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit teil, darunter auch Menschenketten, die in verschiedenen deutschen Städten organisiert werden. Mehr dazu auf munichyes.eu.

Menschenkette 2016: Ein starkes Zeichen trotz Regen

Trotz strömenden Regens versammelten sich über 6.000 Menschen auf dem Karlsplatz in München, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen. Claudia Roth, Vizepräsidentin des Bundestages und Mitglied der Grünen, betonte, dass München eine weltoffene und gastfreundliche Hauptstadt Bayerns sei und dies immer wieder unter Beweis stelle.

Auch Matthias Jena, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Bayern, sprach bei der Veranstaltung. Er unterstrich, dass Integration nur dann gelingen kann, wenn Menschen zusammenarbeiten und nicht gegeneinander.

An der friedlichen Aktion nahmen Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften sowie Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter teil. Die Veranstaltung wurde zu einem Symbol für interreligiösen Dialog und Solidarität.

Unter den Teilnehmern waren unter anderem:

  • Vertreter der Kirche St. Michael, die ihre Rolle als Vermittler zwischen den Religionen betonten,
  • Mitglieder der Israelitischen Kultusgemeinde München,
  • Das Münchner Forum für Islam, dessen Vertreter ihre Unterstützung für die Initiative ausdrückten.

Was bedeuten die Begriffe „Rassismus“ und „Fremdenfeindlichkeit“?

Die Menschenketten in München und anderen deutschen Städten zeigen eine klare Haltung: Die Gesellschaft lehnt Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ab. Diese beiden Formen der Intoleranz haben tiefe historische Wurzeln und wirken zerstörerisch auf das gesellschaftliche Zusammenleben. Obwohl die Begriffe oft synonym verwendet werden, gibt es wichtige Unterschiede:

  • Rassismus ist ein System von Überzeugungen und Handlungen, das eine ethnische Gruppe als überlegen betrachtet. Dies äußert sich in Diskriminierung, Hass, Gewalt oder Vorurteilen gegenüber Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe oder Herkunft.
  • Fremdenfeindlichkeit hingegen ist die Angst oder Ablehnung gegenüber Menschen, die als „fremd“ wahrgenommen werden – sei es aufgrund ihrer Herkunft, Kultur oder Sprache. Dies kann sich in Vorurteilen, Diskriminierung oder Gewalt äußern.

Rassismus ist oft eine Form der Fremdenfeindlichkeit, da er auf Angst und Hass gegenüber „Anderen“ basiert. Allerdings kann Fremdenfeindlichkeit auch unabhängig von ethnischen Unterschieden existieren – zum Beispiel in Form von Ablehnung gegenüber Migranten, unabhängig von deren Hautfarbe.

Sowohl Rassismus als auch Fremdenfeindlichkeit gefährden den gesellschaftlichen Frieden, da sie Diskriminierung, Gewalt und soziale Spannungen fördern.

Internationale Wochen gegen Rassismus in München

Jedes Jahr im März finden in München die Internationalen Wochen gegen Rassismus statt. Die Stadt setzt damit ein starkes Zeichen für Toleranz, Respekt und eine klare Ablehnung von Extremismus und Rassismus.

Im Jahr 2025 lag der Fokus der Veranstaltungsreihe auf der Situation von Geflüchteten, einer der am stärksten betroffenen Gruppen in Deutschland.

Die Themenschwerpunkte der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2025 waren:

  • Flucht: Warum müssen Menschen ihre Heimat verlassen? Kriege, Konflikte, politische Verfolgung und Umweltkatastrophen zwingen Millionen dazu, Schutz in anderen Ländern zu suchen. Veranstaltungen boten Geflüchteten die Möglichkeit, ihre Geschichten zu erzählen. Zudem fanden Diskussionen über internationales Recht und Asylpolitik statt.
  • Migration – freiwillig oder erzwungen? Diese Thematik beleuchtete die Herausforderungen, mit denen Migranten konfrontiert sind – von Diskriminierung und Ausbeutung bis hin zu fehlendem Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung. Bildungsprogramme und Begegnungen zwischen Einheimischen und Migranten förderten den interkulturellen Dialog.
  • Rassismus als gesellschaftliche Herausforderung: Der Kernaspekt der Aktionswochen. Veranstaltungen behandelten Themen wie institutionellen Rassismus, Alltagsdiskriminierung und Hassrede. Vorträge, Seminare und Kunstausstellungen vermittelten die historischen und gesellschaftlichen Folgen von Rassismus. Zudem wurden Demonstrationen, Protestaktionen und Menschenketten organisiert.

Warum sind solche Aktionen wichtig?

Die Themen der Internationalen Wochen gegen Rassismus sind eng miteinander verknüpft. Rassismus ist eine der Hauptursachen für erzwungene Migration und erschwert gleichzeitig die Integration von Migranten in neue Gesellschaften.

Das Hauptziel dieser Veranstaltungen ist es, ein tieferes Verständnis für diese Probleme zu schaffen und Lösungswege zu finden.

Durch Diskussionen, Demonstrationen und Bildungsinitiativen konnten viele Münchner auf die drängenden Fragen von Menschenrechten und sozialer Gerechtigkeit aufmerksam gemacht werden.

Der offizielle Leitspruch der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2025 lautete:

„Menschenwürde schützen“.

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